Rezension "Nevernight" von jay Kristoff

Bibliografische Daten

Titel: Nevernight

Autor: Jay Kristoff

Reihe: Nevernight 1

Sprache: Deutsch

Verlag: Fischer TOR
ISBN: 9783596297573
Genre: Fantasy 15+

 

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Rezension

Wer es gerne auf Englisch lesen will: Nur für Fortgeschrittene Englisch Leser.

Die Rezension enthält Meinungen sowohl zur Englischen wie auch zur Deutschen Ausgabe.

Zum Inhalt
Mia ist sechs Jahre alt, als ihr Vater wegen Verrats gehängt wird und ihre Mutter, sowie ihr kleiner Bruder ins Gefängnis müssen. Seither schwört Mia Rache, an denjenigen die ihrer Familie unrecht taten!
Als sie auf ihrer Flucht auf den alten Mercurio trifft, nimmt sich dieser ihrer an und trainiert sie. Mit 16 ist sie bereit für die Aufnahmeprüfung zur Assassinin. Doch die Schule muss erst gefunden und die Aufnahmeprüfung bestanden werden. Und Mia ist nicht die Einzige die einen der raren Plätze an der Schule ergattern will. Aber Mia hat auch geheimnisvolle Kräfte und kann die Schatten beeinflussen….
 
Zum Schreibstil (englisch)
PUH! Die Bewertungen des Buches gehen ja meilenweit auseinander. Entweder man liebt es, oder man hat es abgebrochen, weil der Schreibstil einfach nicht einfach ist. Ich hatte von verschiedenen Leuten, die das Buch bereits gelesen haben gehört, dass ich bis Seite 100 durchhalten sollte, danach würde es super werden. Mit diesem Wissen ging ich also an das Buch heran und schon nach der ersten Seite, in der ich rein gar nichts verstanden hatte, erkannte ich, was meine Freunde meinten. Jay Kristoff schreibt nicht nur in tausend Metaphern, nein, seine Vergleiche sind so bildlich und weit hergeholt, dass ich sehr oft Mühe hatte, überhaupt zu verstehen, was er mir nun sagen wollte…

Hier ein paar Beispiele:
«the girl felt the words in her chest. In the deepest, darkest place, where the hope children breathe and adults mourn withered and fell away, floating like ashes on the wind. »

«If her face were a puzzle, most would put it back in the box, unfinished.»

«Mia sighed. Took her temper by the earlobe and pulled it to heel.»

 

In diesem Stil geht das weiter und wird untermalen mit halbseitigen Fussnoten, die aus witzigen Anekdoten, Sprüchen, Informationen über Religion, Begriffe, Land und Leute bestehen und direkt an den Leser (Gentlefriends) adressiert sind. Ausdrücke wie „o“ werden überstrapaziert:
O, Daugthers, O, Gentlefriends, O, if only… und so weiter.

Nachdem man aber ca 77 Seiten durchgehalten hat, kommt man langsam in diese blumige Sprache rein(vielleicht wird es auch weniger *lach*), die Story kommt in Fahrt, es geht richtig los und MAN WIRD DAS GUT!!! Ich konnte das Buch nicht weglegen, weil es soooo grandios wurde! Es fesselte mich, wie kein Buch zuvor! Es war spannend, brutal, unerwartet, neu!

 

Zum Schreibstil (Deutsch)

Etwas irritierend fand ich die verdeutschung der Namen wie Herr Freundlich und Gottesgrab. Aber das hat man davon, wenn man das Buch auf englisch und deutsch liest.

 

Alles in Allem würde ich sagen eine sehr gelungene Übersetzung. Ich war echt beeindruckt wieviel ich tatsächlich auf englisch verstanden hatte und musste bei den obrigen erwähnten Metaphern ganz schön schmunzeln. Sie ergeben zwar nicht viel mehr Sinn, aber man kann besser darüber grübeln. xD Ausserdem ist mir viel besser aufgefallen wie derb die Sprache ist. Schon eher männlich, direkt und manchmal auch pervers und eklig. Aber es ist auch wahnsinnig witzig!(wenn es nicht gerade brutal, erotisch oder traurig ist)

 

Was ich etwas schade fand, war, das die (sehr vielen) Fussnoten am Ende des Buches gesammelt wurden. Auf dem eReader hin und her zu springen war mir leider viel zu anstrengend. Zwar stören sie so den Lesefluss nicht, allerdings werden so wohl die wenigstens in den Genuss der wirklich grossartigen und Ergänzenden Notizen kommen.


Über die Charaktere
Mia Corvere erinnerte mich sehr stark an Arya aus Game of Thrones und ich habe sie eigentlich gleich ins Herz geschlossen. Sie ist mutig, tapfer, weiss was sie will und kämpft hart dafür. Aber trotzdem ist sie nur ein Mädchen, das schlimmes erlebt und gesehen hat und von Alpträumen geplagt wird. Gut hat sie Mr Kindley/Herr Freundlich an ihrer Seite. Den ich übrigens auch sehr mochte, aber immer auch etwas misstrauisch gegenüber war. Weil immerhin ist es ein Schattenwesen. Er hat oft die Stimmung aufgelockert und ich war so froh, dass Mia ihn hatte. Gerne hätte ich noch mehr über ihn erfahren, aber ich könnte mir vorstellen, dass dies im zweiten Band der Fall sein wird.

Auch sehr toll ist natürlich Tric, der ebenfalls eine grauenhafte Vergangenheit hat, aber das Herz am rechten Fleck. Ich mochte wie er mit Mia umgegangen ist und wie sich die Beziehung der beiden entwickelte.

« „But I’d still rather be called a cunt than a cock any turn.“
The girl sighed gray, crushed her cigarillo out with her boot heel.
Spat into the wind.
And just like that, young Tric was in love. »

Und ich ebenfalls! Tric <3

Aber auch Nebencharaktere wie Ash, Mercurio oder Bastard/Drecksack sind sehr schön ausgearbeitet, lebendig und authentisch.

Persönliche Meinung
Wenn man von meinen anfänglichen sehr grossen Mühen mit der Sprache absieht, dann kann man sagen, dass ich hier ein Juwel in Händen halte. Die Geschichte war super aufgebaut, man bekommt immer wieder Rückblenden aus Mias Kindheit und erfährt somit immer wieder ein bisschen mehr. Aber immer nur so viel, dass man unbedingt weiterlesen muss, um mehr zu erfahren. Ausserdem ist es auch sehr witzig! Nicht nur die zum Teil echt lustigen Fussnoten, sondern auch die Charaktere haben den ein oder anderen Spruch auf Lager. Ich mochte besonders auch die unerwarteten Wendungen die das Buch bereithielt.


Fazit: Ich liebe, liebe, liebe es! Eine phantastische Geschichte, die alle Harry Potter, Throne of Glass und Game of Throne Fans begeistern wird! Mein Highlight für 2017!





Bücher 6/5


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Kommentare: 1
  • #1

    Franci (Freitag, 04 November 2016 22:59)

    Hammer rezi! Machsch mir grad Lust zum witetläse aber hüt zobe kummi nümm dazue